Sammlungen

Das Stadtmuseum zeigt in den vier Gebäuden 14(17) - räumlich getrennt - spezialisierte Sammlungen zur Geschichte der Stadt und der Region, zu künstlerischen und naturkundlichen Themen.
Die herausgehobene Entwicklung Hofgeismars im Umfeld anderer kleinerer hessischer  Städte wird ablesbar an den Schwerpunktausstellungen :

 

  1. zur Ur- und Frühgeschichte (Archäologie; Siedlungsgeschichte in einem fruchtbaren, wasserreichen Tal. Funde ab Altsteinzeit, bedeutender Bestand zur Mittelsteinzeit, zur Bandkeramik und zur Urnenfelderzeit).
  2. zur Garnisongeschichte (d. i. die lange Geschichte der in der ehemaligen Mainzer Stadt seit dem hohen Mittelalter anwesenden Soldaten).
  3. zur Geschichte des Bades Hofgeismar (Gesundbrunnen, ab 1639, mit großem Modell zur Baugeschichte).

  4. zur Geschichte der Zuwanderer (Minderheiten), deren Wissen, Fertigkeiten und kaufmännisches Geschick die Entwicklung der Stadt entscheidend begünstigten (nach dem 30jährigen Krieg):

    • zur Geschichte der Hugenotten und Waldenser (an originalem Ausstellungsmaterial reichste Abteilung des Hauses, zugleich eine der wichtigsten Sammlungen außerhalb Frankreichs. Herausragend und von internationaler Bedeutung ist die Sammlung calvinistischer Bibeln.)

    • Jüdisches Leben, jüdische Kultur (neben dem Frankfurter Jüdischen Museum die einzige große Sammlung/ Abteilung mit diesem Thema in Hessen).
       

Dazu treten die an Ausstellungsmaterial reiche Sammlung zur Geschichte von Zunft und Handwerk sowie die ergänzenden Themen Bedeutende Hofgeismarer Bürger und Hofgeismarer Vereine.

Als ethnologische Abteilung schließt die Töpferei des Reinhardswaldraumes direkt an die keramischen Zeugnisse aus vorgeschichtlicher Zeit an (mittelalterliche Keramik, dörfliche Töpfereiwaren der Region, bis ca.1930).

Das Museum sammelt, bewahrt, bearbeitet und stellt aus die Werke verschiedener Künstler unterschiedlicher Provenienz und Thematik:

  1. Dauerthema mit Werken von Theodor Rocholl (1854-1933),dem bedeutenden „Düsseldorfer“ Schlachten- oder Geschichtsmaler und Retter des „Urwalds“ an der Sababurg. Rocholl ist z. B. Schöpfer beeindruckender Werke mit den Themen Reinhardswald, Beberbecker Pferde und Sababurg. Die insgesamt über 500 Originale machen die Sammlung zu einem der größten einem einzelnen bekannten Künstler gewidmeten Bestände in Deutschland in öffentlicher Hand. (Leider ist die Rocholl-Ausstellung nicht dauerhaft zu besichtigen, da die betreffenden Räume im Erdgeschoss von Haus I auch für Sonderausstellungen genutzt werden, denn nur diese Etage ist ohne Hilfe zugänglich für Behinderte.)
    Das besondere Rocholl-Archiv erfasst seit 1978 alle Informationen über Werke des Malers; dazu tritt eine ausführliche Schrifttums - und Urkundensammlung.
  2. Dauerausstellung zu Rolf Weber (1907-1985), den namhaften hessischen Keramiker aus Fuldatal - Simmershausen, dessen private Lebenswerk- Dokumentation uns gegen bedeutende Konkurrenz durch Testament zufiel (ca. zwei Drittel ausgestellt).
  3. Dauer- und Wechselausstellung zu Wilhelm Hugues (1905 -1971). Der gesamte unberührte Nachlass des Hofgeismar - Hümmer Bildhauers, Graphikers und Malers konnte 1986 für das Museum erworben werden. Hugues war in den Nachkriegsjahrzehnten in ganz Nordhessen bekannt durch seine Arbeiten an öffentlichen Gebäuden, auf Friedhöfen etc..
  4. Dauer- und Wechselausstellung von Werken bedeutenderer Künstler, die in der Region gearbeitet haben (Adolf Faust, Herbert Mager, Helen Meyer-Moringen, Werner Saure, Erich Borst, Fritz Grebe, Willy Ter Hell, Meta Muscat u.a.).
     

Daneben verwahrt das Museum einen außerordentlich umfangreichen Nachlass des Hofgeismarer Künstlers Johannes Eichler (1912 - 1997) und ein großes Legat der Wolfhager Künstlerin Gisela Petschner (geb. 1913).

 

In Haus II bietet das Stadtmuseum einen Einblick in Hofgeismarer Biotope: Pflanzen und Tiere der für die Region um Hofgeismar charakteristischen Landschaftsformen werden in sechs großen Dioramen vorgestellt (Kelzer Teiche, Stadtwald, Siedlungsbereiche, Feldlagen, Trockenrasen, Sababurggebiet). Ein Sonderbereich der Ausstellung gilt der Imkerei.

Ergänzend macht die geologische Abteilung vertraut mit den heimischen Gesteinsarten, mit Versteinerungen im Diemeltal und mit der wirtschaftlichen Nutzung hiesiger Gesteine.

Helmut Burmeister