Die neuen naturwissenschaftlichen Abteilungen des Stadtmuseums Hofgeismar

Hofgeismarer Biotope

 

Die Vielfalt der Landschaft wird als Grundlage einer stabilen Umwelt betrachtet, und diese stabile Umwelt ist letztlich auch Lebensgrundlage des Menschen, da er ein Teil der Natur ist.

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts setzten erhebliche qualitative und quantitative Veränderungen ein: Wandel in der Flächenstruktur und großflächiger Einsatz von Pestiziden und Dünger in der Landwirtschaft, Emissionen von Schadstoffen durch Industrie und Verkehr in weltweitem Maßstab und bei den Verbrauchern ein sprunghafter Anstieg von Abfallprodukten. Damit verbunden ist heute ein täglicher Landschaftsverbrauch von 90 ha bei zunehmender Tendenz. Diese flächendeckenden Eingriffe der Menschen in ihre Umwelt blieben nicht ohne Konsequenz. Ein drastischer Rückgang der Artenzahlen in Mitteleuropa belegt dies. Die Notwendigkeit zu handeln ist vor allem in den letzten beiden Jahrzehnten in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt.

Freistehender Fuchs, den man streicheln darf.
Blick in das Stadtwald-Diorama mit spielenden jungen Dachsen.
Blick in den Ausstellungsraum, rechts Großvitrine "Trockenrasen".

Demgegenüber steht der heutige Mensch, der aufgrund seiner Lebensweise in der Mehrzahl eine solche "Naturferne" erreicht hat, dass er weder über ein Minimum an Artenkenntnis noch über grundsätzliche Einblicke in die Zusammenhänge der Natur verfügt.

Hier liegt eine wesentliche Funktion, die die Abteilung "Hofgeismarer Biotope" des Stadtmuseums Hofgeismar erfüllen kann: nämlich Zusammenhänge in der Natur bewusst zu machen und ein notwendiges Grundwissen über die Tier- und Pflanzenwelt zu ermöglichen. Auch soll der Besucher sich emotional angesprochen fühlen in der Hoffnung, dann auch mal "draußen in der Natur" bewusster hinzusehen. Darüber hinaus stellt die Abteilung eine Diskussionsplattform (Ausstellungen, Meinungen etc.) für alle an der Natur interessierten Vereine und auch Einzelpersonen in Hofgeismar dar.

 

  
Reiher im Diorama
"Kelzer Teich".
Klotzbeute der Imker an einem Bach
in der Großvitrine "Sababurg".


In der Ausstellung sind repräsentativ die wichtigsten Lebensräume der Gemeinde Hofgeismar mit ihrer typischen Fauna und Flora in Großvitrinen (Dioramen) dargestellt. Es handelt sich um ein Waldbiotop (Stadtwald), ein Feuchtbiotop (Kelzer Teiche), ein Magerrasenbiotop (Dingel), dazu ein Feld (Schöneberger Flur) und ein Stadtbiotop (aus der Kernstadt). An Lebewesen sind in den Vitrinen sowohl so häufig vorkommende Arten wie Spatz, Amsel, Fuchs und Dachs wie so seltene, teilweise in unserer Region schon ausgestorbene oder extrem gefährdete Arten wie Rohrdommel, Rohrweihe, Raubwürger und Wildkatze vertreten (z. Z. fast 100 verschiedene Arten).


Die biologische Abteilung Hofgeismarer Biotope komplettiert somit das Schauangebot des Stadtmuseums Hofgeismar und schließt dort eine große Lücke.

Heiner Ehls

 

Für Grundschulklassen und Kindergärten werden auf den Unterricht abgestimmte thematische Führungen angeboten.

Zum Download:

Faltblatt der Abteilung "Hofgeismarer Biotope" für Schulen.

siehe auch: HNA vom 13.02.2015