Ur- und Frühgeschichte

 

Die Beschäftigung mit der Vor- und Frühgeschichte des Altkreises Hofgeismar ist ein Anliegen, dem sich das Stadtmuseum Hofgeismar seit seiner Gründung intensiv widmet. Die Voraussetzungen dafür sind sehr günstig:

Die Landschaft zwischen Diemel und Weser ist seit der Altsteinzeit kontinuierlich vom Menschen besiedelt worden. Im Verlauf der Sammeltätigkeit haben sich verschiedene Schwerpunkte herausgebildet.



Mittelsteinzeit

Bei Hofgeismar-Hombressen konnte 1974 ein bedeutender mittelsteinzeitlicher Siedlungsplatz entdeckt werden. Innerhalb von 20 Jahren konnten beinahe 70000 Artefakte einer Jägergesellschaft zusammengetragen werden. Typisch für diese Kultur sind kleine Steingeräte aus norddeutschem oder einheimischem Feuerstein, Kieselschiefer, Quarzit und Calcedon.

Diese sog. »Mikrolithen« wurden meist in Holz geschäftet. Kleinere Fundplätze wurden an mehreren anderen Stellen des Altkreises entdeckt.

 

Jungsteinzeit

Herausragendes Kennzeichen der Jungsteinzeit ist die Einführung des Ackerbaus, die damit verbundene Sesshaftwerdung des Menschen sowie die Domestikation von Nutztieren.

Die vom Fundanfall wichtigste jungsteinzeitliche Kultur in Nordhessen ist die sog. Bandkeramik. Dieser Begriff leitet sich von der vorherrschenden Verzierung der aus Ton gebrannten Gefäße ab. Die bandkeramische Kultur lässt sich vom Ärmelkanal bis zum Schwarzen Meer sowie von den eiszeitlichen Endmoränen bis an den Alpenrand nachweisen. In Nordhessen entstanden im Abstand von ein bis zwei Kilometern weilerartige Siedlungen.

Eine Reihe von bandkeramischen Siedlungen konnte im Altkreis Hofgeismar durch Feldbegehungen der Archäologie-AG der Albert-Schweitzer-Schule Hofgeismar unter Leitung von OStR. und Museumsleiter Helmut Burmeister nachgewiesen werden. An einigen Stellen war es sogar möglich (beziehungsweise wegen Baumaßnahmen notwendig), Siedlungsplätze auszugraben.