Zunftwesen und Wirtschaftsgeschichte

Zünfte, Innungen, Gilden, Einungen oder wie man sie sonst noch genannt haben mag, hatten ein vielfältiges Aufgabenspektrum. Sie waren berufsständische Organisationen, wirtschaftliche Interessenvertretungen, hatten die Ausbildung des Nachwuchses zu organisieren, überwachten die Qualität der Produkte, begrenzten die Konkurrenz unter ihren Mitgliedern, dienten als Kranken- und Sozialversicherung und übernahmen eine große Zahl von sozialen Funktionen. Als typisch städtische Einrichtung versuchten sie stets, auch politisches Mitspracherecht im Stadtregiment zu erhalten, was oft zu erheblichen Konflikten führte.

Älteste Belege

Die Frühzeit des Hofgeismarer Zunftwesens liegt vollständig im Dunkel der Geschichte. Zu den ältesten Belegen gehört eine Zunfttruhe aus der Zeit um 1450 bis 1500, die aus dem Umfeld des Hofgeismarer Bauhandwerks stammt. Als Quellen von großer Bedeutung für die Stadt sind die ersten Zunftbücher der Bäcker (ab 1652), Metzger (ab 1657) und Schmiede (ab 1598) zu nennen, deren ältere Vorgänger sich leider nicht erhalten haben. In ihnen ist noch altes Zunftrecht dokumentiert, das in Hessen sehr bald vom Gesetzgebungsanspruch des Staates verdrängt worden ist.

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